Wirksamkeit und Nutzen

1. Aufrechte Körperhaltung

Beim Rolfing geht es um die Ungleichgewichte im Fasziennetz und das mühelose Aufrichten des Körpers von innen. Der Organismus bekommt die Möglichkeit, sich die Schwerkraft zunutze zu machen, von ihr unterstützt und nicht nach unten gezogen zu werden.

Von der Seite gesehen nähern sich Ohren, Schultern, Becken, Knie und Sprunggelenke im Laufe der Behandlungen einer Lotlinie an. Die gesamte Körperstruktur wird ausbalanciert.

Durch die ausgeglicheneren Spannungsverhältnisse im Körper kann sowohl akuten als auch schon lang bestehenden Schmerzen die Grundlage entzogen werden.

2. Beweglichkeit

Rolfer beschäftigen sich mit ungesunden Mustern im Fasziennetzwerk, mit dem freien Aufeinandergleiten von Faszienschichten und Muskeln und mit den Gelenken.

3. Stabilität und Leichtigkeit

Durch die mühelosere Aufrichtung und freiere Beweglichkeit fühlen sich die meisten Klienten insgesamt leichter – im Stehen wie im Gehen.

Zugleich erfahren sie eine stärkere Unterstützung durch den Boden. Ihre Füße haben besseren Bodenkontakt, sie stehen stabiler, nehmen Füße und Beine als sichere Basis wahr.

4. Schmerzen

Rolfer kümmern sich um Beschwerden, die ihre Ursache in einem Ungleichgewicht der Körperstruktur und Verfilzungen im Fasziennetz haben. Auch Rückenschmerzen, schmerzhaften Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich, Spannungskopfschmerzen sowie Beschwerden in der Hüfte, in den Kniegelenken oder den Füßen werden angesprochen.

5. Freie Atmung

Eines der Schlüsselthemen beim Rolfing ist die freie Atmung. Die volle Einatmung sollte möglichst mühelos sein, die Ausatmung sollte entspannt sein und ein Loslassen ermöglichen.

Um die Atmung zu befreien, wird beim Rolfing großer Wert auf die Beweglichkeit der Rippen und des gesamten Brustkorbs gelegt und darauf, dass sich die Atmung in alle Richtungen im Körper fortsetzen kann.

Häufig sind myofasziale Strukturen auf der Vorderseite des Brustkorbs und Schultergürtels verkürzt. Dann können sich die Rippen bei jeder Einatmung – 15.000 bis 20.000 Mal am Tag – nicht frei auffächern. Dadurch werden die vorderen Strukturen immer kürzer, und auch die Organe sind in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt.

6. Körperwahrnehmung

Die Klienten lernen ihren Körper beim Rolfing® SI neu spüren. Beispielsweise setzen Sie sich mit Fragen auseinander, über die Sie zuvor vielleicht nie nachgedacht haben:

Wie stehe und gehe ich? Wie atme ich? Was verändert sich im sitzen und wie verhält sich meine Atmung?
Wann ziehe ich meine Schultern nach oben?
Und wie reagiert mein Körper, wenn ich Stress habe?
Die Eigenwahrnehmung wird durch die manuelle Arbeit und Anleitung des Rolfers™ gefördert, die Klienten sollten jedoch aktiv mitarbeiten. Das neue Spüren des eigenen Körpers hilft ihnen, die alten Bewegungsmuster schnell zu erkennen und abzulegen.

7. Nachhaltigkeit

Zum einen legt die ganzheitliche Behandlung des Körpers den Grundstein, um positive Veränderungen langfristig zu erhalten.

Sollten die Probleme trotzdem wieder auftauchen, fällt es den Klienten leichter, die ungünstige Haltung oder Bewegung zu korrigieren.

Somit führt die Schulung der eigenen Körper-Innenwahrnehmung zu mehr Achtsamkeit, sie ist ein Schlüssel für die nachhaltige Wirkung des Rolfing.

Katrin Gentsch
Certified Rolfer ™ – Heilpraktikerin
Raum für Gesundheit, Bornstraße 4, 20146 Hamburg